Widerrufsbelehrung & Muster-Widerrufsformular

In diesem Artikel befassen wir uns mit dem deutschen Widerrufsrecht und zeigen Ihnen, welche Regelungen existieren und was Sie beachten müssen. Vorab: Um die Widerrufsbelehrung und das Muster-Widerrufsformular müssen Sie sich nicht kümmern, denn dies erledigt Rakuten für Sie.

Sebastian Ehrhardt
von Sebastian Ehrhardt

Lesezeit: 5 min.

Die wichtigsten Infos im Überblick

  • Seit dem 13.06.2014 gilt in der gesamten EU ein einheitliches Widerrufsrecht. Verbraucher haben grundsätzlich ein 14tägiges Widerrufsrecht.
  • Das Widerrufsrecht ist gesetzlich geregelt und steht dem Kunden bei allen entgeltlichen Fernabsatz-Verträgen zu.
  • Allerdings gibt es einige Ausnahmen, die ebenfalls gesetzlich geregelt sind.
  • Dem Kunden steht im Falle eines Widerrufs grundsätzlich der gesamte Kaufbetrag plus Hinsendekosten zu.

Hintergrund: warum gibt es das Widerrufsrecht?

Im Gegensatz zum stationären Handel kann der Kunde online die Produkte nur mit Hilfe von Bildern und Beschreibungen kaufen. Dabei ist er auf die Qualität der Informationen angewiesen, die der Verkäufer bietet.

Damit der Kunde online nicht schlechter gestellt wird als der Kunde im Ladengeschäft, kann er das Produkt zu Hause in Augenschein nehmen. Sollte das Produkt nicht gefallen, kann der Vertrag ohne Angabe von Gründen widerrufen werden.

Wem das Wem das Widerrufsrecht zustehtzusteht

Ein Widerrufsrecht wird nur Verbrauchern zugestanden.

„Verbraucher ist jede natürliche Person, die ein Rechtsgeschäft zu Zwecken abschließt, die überwiegend weder ihrer gewerblichen noch ihrer selbständigen beruflichen Tätigkeit zugerechnet werden können.“ (§ 13 BGB n.F.)

Das bedeutet, dass auch ein Unternehmer, der bei einer Bestellung vorwiegend für den privaten Bedarf kauft, als Verbraucher gerechnet wird. In Zweifelsfällen kommt es maßgeblich auf den äußeren Anschein an (z.B. hat der Unternehmer an seine Privatadresse liefern lassen?)

Was das Widerrufsrecht umfasst

Das Widerrufsrecht räumt dem Kunden die Möglichkeit ein, die gekauften Artikel in Augenschein zu nehmen – genau so, wie im Ladengeschäft üblich. Dabei hat er das Recht, innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Ware den Vertrag zu widerrufen. Das erfolgt mittels einer Mitteilung an den Verkäufer. Es gilt hier das Absenden des Widerrufs – ein Begründung für den Widerruf ist allerdings nicht erforderlich.

Der Kunde muss also dem Händler gegenüber per Mail, Brief, Fax oder auch Telefon den Widerruf mitteilen und es muss deutlich werden, dass er widerruft.

Nachdem der Kunde den Widerruf übermittelt hat, hat ein Zurückgewähren der Leistungen (Ware & Kaufpreis) innerhalb von 14 Tagen zu erfolgen. Der Kunde muss also die Produkte - auf eigene Kosten - an den Händler zurückschicken und der Händler muss das Geld an den Kunden zurücküberweisen. Solange der Händler allerdings noch nicht die Ware zurückerhalten hat, steht ihm ein Zurückbehaltungsrecht zu.

Wer die Versandkosten trägt

Wenn der Kunde von seinem Widerrufsrecht Gebrauch macht, muss er die Kosten laut Gesetz für den Rückversand tragen. Natürlich kann der Händler die Kosten für den Rücktransport übernehmen, also eine kostenfreie Rücksendung anbieten.

Übrigens: Dem Kunden kann eine Versandart nicht vorgeschrieben werden.

Welche Ausnahmen es gibt

  • Produkte, die nach Kundenspezifikation hergestellt wurden
  • hygienisch sensible Artikel, wenn deren Versiegelung geöffnet wurde
  • Waren, die untrennbar mit anderen Gütern vermischt wurden
  • Schnell verderbliche Waren od. Verfallsdatum würde überschritten
  • Entsiegelte Datenträger
  • Zeitungen, Zeitschriften und Illustrierte, mit Ausnahme von Abonnement-Verträgen
  • Waren, deren Preis auf dem Finanzmarkt Schwankungen unterliegt
  • Alkoholischer Getränke mit Preisschwankungen
  • digitale Güter

Widerruf: Erstattung Hin- und Rücksendekosten

Bei einer Retoure trägt der Händler grundsätzlich die Hinsendekosten.

Allerdings nur in Höhe der Kosten für die günstigste tandardlieferung. Damit müssen die Händler keine Kosten für eine Express- oder Nachnahmelieferung erstatten.

Hinweis: Der Kunde muss sich bewusst für die teurere Versandart entschieden haben. Allerdings ist dies im Rakutenshop nicht abbildbar. Der Kunde kann hier keine Expressvariante hinzubuchen. Ebenso gibt es keine Nachnahme-Möglichkeit.

Wenn der Kunde von seinem Widerrufsrecht Gebrauch macht, muss er laut Gesetz die Kosten für den Rückversand tragen. Natürlich kann der Händler freiwillig die Kosten für den Rücktransport übernehmen, also eine kostenfreie Rücksendung anbieten – diese Information ist dem Kunden in der Widerrufsbelehrung mitzuteilen.

Nicht paketversandfähige Artikel

In Zukunft muss der Kunde auch diese Ware zurückschicken. Und hier wird es problematischer für den Unternehmer, denn er muss die Rücksendekosten explizit angeben: die genauen Speditionskosten müssen Sie in Zukunft hinterlegen. Daher ist es sinnvoll, dass der Händler die rückholende Spedition beauftragt. Dazu haben wir in den Versandgruppen zusätzliche Eingabemöglichkeiten bereitgestellt.

Umsetzung des Widerrufsrechts auf Rakuten

Die Widerrufsbelehrung wird durch Rakuten dynamisch für die jeweilige Bestellung generiert. Die Konditionen für die Rücksendemodalitäten im Fall eines Widerrufs regeln Sie durch die Versandgruppe, die Sie dem jeweiligen Produkt zuordnen. Geben Sie also unter Verwaltung -> Versand bei den Versandgruppen im Bereich Hinweise den entsprechenden Versandweg an und wer die Rücksendekosten trägt.

Die Widerrufsbelehrung erhält der Kunde im Checkout angezeigt.

Der Kunde erhält die Widerrufsbelehrung inklusive Muster-Widerrufsformular zudem mit der Auftragsbestätigung per Mail zugeschickt.

Schließlich befindet sich die Widerrufsbelehrung ebenfalls auf der Produktdetailseite.

Wichtig: Bei einem Widerruf müssen Sie die Retoure bearbeiten. Wenn Sie kostenlosen Rückversand anbieten, dann senden Sie dem Kunden ein Retourenlabel für den Rückversand zu. Prüfen Sie also zeitnah die Retoure und tragen Sie die Retoure zeitnah in das Rakuten System ein (manuell oder per API).