How-to-VerpackG in 2020 – Ist Ihr Onlineshop betroffen?

Bereits seit 2019 gilt in Deutschland das Verpackungsgesetz (VerpackG). Es beinhaltet bedeutende Verpflichtungen, die nicht nur für den großen Handelskonzern, sondern auch für den kleinen Onlineshop gelten.

Lesezeit: 5 min.

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Seit 2019 gilt in Deutschland das Verpackungsgesetz (VerpackG). Es beinhaltet auch für Onlinehändler bedeutende Verpflichtungen – selbst, wenn diese nur kleine Verpackungsmengen in Verkehr bringen. Das Verpackungsgesetz betrifft nämlich ausnahmslos jeden, der gewerblich verpackte Produkte und damit Verpackungen in Verkehr bringt, die beim Endverbraucher anfallen. Das gilt für den großen Handelskonzern genauso wie für den kleinen Onlineshop.

Grundlage des Ganzen ist das in Deutschland geltende Prinzip der Produktverantwortung. Das bedeutet: Wer Verpackungen in Umlauf bringt, muss auch dafür sorgen, dass sie ordnungsgemäß verwertet werden. So wird gewährleistet, dass möglichst viele Verpackungen umweltgerecht entsorgt und dem Wertstoffkreislauf wieder zugeführt werden.

Deshalb müssen sich alle Hersteller und Händler (sog. Erstinverkehrbringer) von Verkaufsverpackungen einem sogenannten dualen System, beispiels-weise Landbell anschließen. Das übernimmt die Rücknahme und Verwertung der Verpackungen. Wer seinen Verpflichtungen aus dem Verpackungsgesetz nicht ordnungsgemäß nachkommt, muss mit Bußgeldern bis zu 200.000 Euro rechnen.

Gerade als kleiner Onlineshop kann es einem schnell passieren, dass man bei den ganzen Vorschriften den Überblick verliert. Umso wichtiger ist es, einen verlässlichen Partner zu haben, der einen hierbei unterstützt.

Das VERPACKG – Die wichtigsten Fragen kurz geklärt!

1. Ich verkaufe nur über Marktplätze. Bin ich trotzdem betroffen?

Definitiv! Das VerpackG betrifft ausnahmslos jeden, der Verpackungen in Verkehr bringt, die beim Endverbraucher anfallen. Wenn Sie unsicher sind, können Sie auf der Website der Zentralen Stelle Verpackungsregister einen Schnell-Check machen.

Grundsätzlich gilt:

  • Erstinverkehrbringer von Verpackungen:  Das ist derjenige, der erstmals in Deutschland eine mit Ware befüllte Verpackung gewerbsmäßig (entgeltlich oder unentgeltlich) an einen Dritten mit dem Ziel des Vertriebs, des Verbrauchs oder der Verwendung abgibt. In der Regel ist der Hersteller eines Produktes der erstmalige Inverkehrbringer und damit verpflichtet, sich zu registrieren. Hat der Hersteller seinen Sitz im Ausland, so gilt der Importeur als erster Inverkehrbringer.
     
  • Versandhandel / Onlinehandel: Wird das Produkt erneut verpackt, um dies zu versenden (z. B. Karton und Füllmaterial), ist der Versender der erste Inverkehrbringer.
     
  • Einen Sonderfall stellt die sogenannte Serviceverpackung dar. Diese wird erst in der Verkaufsstelle des Produktes befüllt. Typische Beispiele sind Brötchentüten, Fleischerpapier, Schalen für Pommes Frites, Coffee-to-go-Becher oder Tüten für Obst und Gemüse. Hier darf derjenige, der diese Verpackungen erstmals mit Ware in Verkehr bringt (z. B. Bäcker, Fleischer, Imbiss, Café oder Händler) die Verpackung bereits mit der Systembeteiligung kaufen. Dies muss sich aus der Rechnung eindeutig ergeben.
     

2. Was sind meine Pflichten laut VerpackG?

Wer Verpackungen in Umlauf bringt, muss:

  • sich vor dem Inverkehrbringen bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister registrieren
     
  • sich vor dem Inverkehrbringen an einem dualen System beteiligen (bspw. Landbell)
     
  • das Gesamtgewicht der Verpackungen pro Jahr und die Materialart an das duale System und die Zentrale Stelle melden
     

3. Was sind die dualen Systeme?

Die dualen Systeme bilden die organisatorische Schnittstelle zwischen Erstinverkehrbringer und Entsorgungsunternehmen. Sie organisieren die Sammlung, Sortierung und Verwertung gebrauchter Verkaufsverpackungen. Zusammen mit ihren beauftragten Entsorgungsunternehmen haben sie ein Rücknahmesystem aufgebaut, das die Bürger bundesweit nutzen können. 
 

4. Was ist die Zentrale Stelle (ZSVR)?

Die Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) wurde im Mai 2017 als privatrechtliche Stiftung gegründet. Seit Januar 2019 arbeitet sie als beliehene Behörde und untersteht dem Umweltbundesamt. Sie führt ein öffentliches Register, in das sich jeder Erstinverkehrbringer von Verkaufsverpackungen eintragen muss. Gleichzeitig erhält sie Daten zu den Verpackungsmengen von den Erstinverkehrbringern und den dualen Systemen.

Jedes Unternehmen, das dem Verpackungsgesetz nach als Erstinverkehrbringer von Verkaufsverpackungen in Deutschland gilt, muss sich bei der Zentralen Stelle im Portal LUCID registrieren. Nach der Registrierung werden die Unternehmen in das öffentliche Register aufgenommen und erhalten eine Registrierungsnummer. Diese Registrierungsnummer müssen sie ihrem Systempartner mitteilen.
 

5. Wo muss ich meine Daten melden?

Alle Angaben, die Sie im Rahmen Ihrer Mengenmeldung an ein duales System übermittelt haben, müssen Sie gleichlautend ebenso an die ZSVR melden. Auch die dualen Systeme leiten die gemeldeten Verpackungsmengen zum Abgleich an die ZSVR weiter.
 

6. Welche Verpackungen muss ich bei einem System anmelden? 

Alle mit Ware befüllten Verpackungen, die nach Gebrauch typischerweise beim privaten Endverbraucher als Abfall anfallen, aber auch Umverpackungen, Serviceverpackungen oder Transportverpackungen. Als Verpackung gelten alle Bestandteile, z. B. der Verschluss, das Etikett oder das in einer Versandverpackung befindliche Luftkissen. 

Ausgenommen von der Systembeteiligungspflicht sind Mehrwegverpackungen, Einweggetränkeverpackungen (die der gesetzlichen Pfandpflicht unterliegen) und Verpackungen schadstoffhaltiger Füllgüter.

Die Zentrale Stelle bietet unter folgendem Link eine Datenbanksuche für systembeteiligungspflichtige Verpackungen.
 

7. Muss ich das alles selbst erledigen?

Ja. Die Registrierung und die Datenmeldung bei der ZSVR sind Ihre höchstpersönliche Pflicht und darf nicht an Dritte abgegeben werden. Bei der Rücknahme Ihrer Verpackungsmengen (Beteiligung an einem dualen System) kann Ihnen Landbell weiterhelfen.

Weitere Informationen und FAQs zur Verpackungslizenzierung finden Sie hier.


LANDBELL GROUP ist ein internationaler Anbieter von umfassenden Rücknahme-, Beratungs- und Softwarelösungen für Umwelt- und Chemikalien-Compliance. LANDBELL wurde im Jahr 1995 als Entsorgungsunternehmen in Deutschland gegründet und hat sich seitdem zu einem globalen Dienstleister entwickelt. Heute betreibt LANDBELL weltweit 32 Rücknahme-/Sammelsysteme für verschiedene Abfallströme, unterstützt rund 28.000 Kunden in 14 Ländern bei der Erfüllung der erweiterten Herstellerverantwortung und hat über 600.000 Tonnen Batterien, Elektroschrott und Verpackungen gesammelt. Mit der Landbell GmbH wird speziell in Deutschland ein zertifiziertes und unabhängiges duales System für Hersteller und Händler zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Anforderungen betrieben.

Weiter Informationen unter www.landbell-group.com und www.landbell.de.
 

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