Mit Google Ads werben: Tipps für Händlerinnen und Händler

Ob zum Surfen, Shoppen oder für den schnellen Faktencheck zwischendurch: Mit 90 % Prozent Markanteil ist Google die meistgenutzte Suchmaschine in Deutschland. Aber nicht nur privaten Nutzern eröffnet der Gigant spannende Möglichkeiten: Über Google Ads können Händlerinnen und Händler effektiv Anzeigen schalten und diese exakt auf die Interessen ihrer Zielgruppe zuschneiden. Wie Sie am besten loslegen und auch ohne Riesenbudget Erfolge verbuchen, schauen wir uns unten an.

Lesezeit: 8 min.

1. Was ist Google Ads? 

Google Ads (früher AdWords) ist die wohl bekannteste Plattform für Online-Werbung. Marketer können hier relevante Anzeigen schalten, die zu den Interessen und Suchanfragen potenzieller Kunden passen. Wo und in welcher Reihenfolge die Anzeigen auf Google zu sehen sind, wird nach dem Auktionsprinzip entschieden. Dabei bieten mehrere Werbetreibende auf eine Platzierung auf Google. Die Top-Position sichert sich, wer das beste Verhältnis zwischen Qualitäts- und Gebotsfaktor vorweist – also zwischen einer hohen Anzeigenqualität und dem Preis, den ein Werbetreibender je nach Werbeformat pro Klick auf seine Anzeige (Cost-per-Click, CPC) bzw. pro 1.000 Aufrufe der Anzeige (Cost-per-Mille, CPM) zu zahlen bereit ist.

 

2. Welche Vorteile bietet Google Ads Händlerinnen und Händlern? 

Ob am Handy oder am Computer: 9 von 10 Bundesbürgerinnen und -bürgern nutzen Google. Eine attraktive Chance für Händlerinnen und Händler, ihre Zielgruppe genau dann zu erreichen, wenn diese nach Produkten wie denen aus ihrem Angebot sucht. Ein weiterer Pluspunkt sind die zahlreichen Insights, die auf Googles umfangreicher Datenbasis fußen. Damit können Sie genau sehen, mit welchen Maßnahmen Sie Ihren gewünschten Werbezielen näherkommen und laufend optimieren, was sich bewährt.

 

3. Welche Anzeigentypen von Google Ads sind besonders interessant für Händlerinnen und Händler? 

Google Ads bietet Händlerinnen und Händlern spannende Möglichkeiten, auf sich und ihr Angebot aufmerksam zu machen. Gut geeignet für die Bewerbung von Onlinehops sind diese Kampagnenformate:

  • Suchanzeigen: Textanzeigen, die direkt in der Google-Suche zu sehen sind. Sucht ein Nutzer beispielweise auf Google nach Babykleidung, werden ihm zwischen den organischen Suchergebnissen auch Anzeigen präsentiert, die als solche gekennzeichnet sind.
     
  • Displayanzeigen erscheinen auf Partner-Websites im Google Netzwerk, z. B. in Form von Text- oder Bildanzeigen bzw. einer Kombination aus beiden. Auch Video-Anzeigen sind hier möglich. Auf einer Website zum Thema Gartenfeiern lassen sich dann beispielsweise Anzeigen von Händlern platzieren, die den passenden Partybedarf anbieten.
     
  • Shopping-Anzeigen: Dieses Format ähnelt einem Schaufensterbummel. Sucht eine Nutzerin beispielsweise nach Sneakers, werden ihr in der Google-Suche passende Produktbilder und Preise verschiedener Anbieter angezeigt. Anders als bei den bereits erwähnten Werbeformaten wird hier die Platzierung nicht bei einer Auktion mit Keywords, sondern direkt von Google bestimmt. Die Informationen bezieht Google aus den von Ihnen bereitgestellten Produktdaten aus dem Merchant Center.

    Wichtig: Damit Ihre Artikel als Shopping-Anzeigen geschaltet werden können, benötigt Google unbedingt die erforderlichen Attribute für Ihre Produkte, Kategorien und das entsprechende Land. Nur wenn Ihre Produktdaten vollständig und im richtigen Format vorliegen, lassen sich die Shopping-Anzeigen den Suchanfragen potenzieller Kunden zuordnen. Hier eine Checkliste für eine erfolgreiche Shopping-Anzeige:

    • Der Titel umfasst Marke, Geschlecht, Produkttyp, Größe und Farbe.
       
    • Der Artikel wird mit einem hochwertigen Bild dargestellt.
       
    • Es gibt möglichst viele relevante Informationen zum Produkt.
       
    • Die angegebenen Preise sind korrekt.
       

4. Was kostet eine Google Ads-Kampagne? 

Das Google Ads-Konto an sich ist kostenlos. Erst, wenn ein Nutzer die gewünschte Aktion über Ihre Anzeige durchführt, fallen Kosten an. Wie hoch sie sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab, z. B. den ausgewählten Keywords, der Anzeigenposition sowie der Qualität und Relevanz Ihrer geschalteten Anzeigen. Wenn Sie pro Klick auf Ihre Anzeige zahlen (CPC), können Sie von 0,40 € bis 2 € pro Klick ausgehen. Bei der CPM-Variante zahlen Sie hingegen pro 1.000 Impressionen bzw. 1.000 Einblendungen Ihrer Werbeanzeigen. Dabei gilt sowohl bei CPM als auch bei CPC: Bei stark umworbenen Keywords und Platzierungen fallen die Preise beachtlich höher aus.

Tipp: Durch das Festlegen eines Tages- oder Monatsbudgets behalten Sie die Kontrolle über die voraussichtlichen Kosten.

 

5. Tipps für eine erfolgreiche Google Ads-Kampagne 

Nach der Anmeldung bei Google Ads können Sie direkt mit der Erstellung Ihrer ersten Kampagne loslegen. Bei der Einrichtung sollten Sie insbesondere auf diese Punkte achten:

  1. Keyword-Auswahl: Die für Sie relevanten Keywords entsprechen den Suchbegriffen, die Nutzer und Nutzerinnen am häufigsten bei Google eingeben, wenn Sie nach Produkten wie den Ihren suchen. Je genauer Sie eingrenzen, wonach Ihre Wunschkunden und -kundinnen suchen, desto gezielter können Sie Ihre Anzeigen darauf ausrichten.

    Wenn Sie beispielsweise in Ihrem Shop Herbstkleidung anbieten, könnten für Sie die Keywords „daunenjacke damen“ oder „herbstmantel herren“ relevant sein. Bei der Keyword-Recherche helfen Tools wie der Keyword Planner von Google (kostenpflichtig). Damit ermitteln Sie, wie oft nach einem Keyword gesucht wird, wie stark umkämpft es ist, und was eine Platzierung oben in der Google-Suche Sie ungefähr kosten würde. Gute Alternativen zum Google-Produkt sind das Keyword Tool (kostenlos oder als Premiumversion) und der kostenpflichtige Keyword Explorer.

    Tipp: Wägen Sie bei Ihrer Keyword-Auswahl ab, ob es sich lohnt, mehr für ein stark umworbenes Keyword zu zahlen. Vielleicht gibt es Alternativen, die ähnlich gut performen, aber günstiger zu haben sind.
     
  2. Gebotsstrategie: Hiermit richten Sie Ihre Kampagne auf ein bestimmtes Ziel aus. Für Händlerinnen und Händler, die auf Google Ads erst loslegen, eignen sich besonders gut sogenannte CPC-Gebote (entweder manuell oder automatisch). Damit konzentrieren Sie sich auf Klicks auf Ihre Anzeige, durch die Zugriff auf Ihren Shop generiert werden können. Je nach Werbeformat (z. B. bei Display- oder Videoanzeigen) kann es auch sein, dass Sie statt pro Klick pro 1.000 Aufrufe der Anzeige (Cost-per-Mille, CPM) zahlen.
     
  3. Zielgruppe abstecken: Mit demografischen Faktoren wie Standort und Sprache können Sie Ihre Wunschkunden genauer eingrenzen. Darüber hinaus können Sie Ihre Anzeigen personalisieren, indem Sie beispielsweise Interessen, Gewohnheiten oder Lebensereignisse Ihrer Zielgruppe berücksichtigen. Welche Optionen zur Personalisierung verfügbar sind, hängt vom jeweiligen Anzeigenformat ab. Darüber hinaus können Sie auch bestimmte Ausspielzeiten festlegen, um Ihre Kunden dann zu erreichen, wenn diese aktiv sind (z. B. nach Feierabend, wenn Zeit zum Online-Shoppen ist).
     
  4. Eine treffende Bild- und Textsprache zahlt sich aus: Zum einen, weil Google die Anzeigenqualität bemisst und hochwertige Texte mit möglichst geringen Kosten pro Klick belohnt. Außerdem kaufen Nutzerinnen und Nutzer nur, wenn sie überzeugt sind. Verwenden Sie daher nur hochwertige Werbetexte sowie je nach Anzeigenformat Bilder und Videos, die die Qualität und Vertrauenswürdigkeit Ihres Angebots unterstreichen.

    Neben der Einhaltung der vorgegebenen Textlängen sowie einer sinnvollen Einarbeitung der Keywords in Titel und Beschreibung der Anzeige, sollten Sie auf interessante Informationen für Ihre Zielgruppe achten. Wenn Sie beispielsweise nachhaltig orientierte Käuferinnen und Käufer erreichen möchten, sollte Ihre Anzeige überzeugende Informationen zu Material und Herkunft Ihrer Produkte liefern. Je relevanter Ihre Werbung, desto höher die Chancen, dass Interessenten Ihren Onlineshop aufsuchen.
     

5. Mit Kontrolle und Optimierung zum Erfolg 

Für den Erfolg Ihrer Werbung mit Google Ads sollten Sie Ihre Kampagnen im Auge behalten und ggf. optimieren. Welche Keywords haben sich bewährt? Welche Anzeigen haben zu Verkäufen (Conversions) in Ihrem Onlineshop geführt? Diesen und weiteren Fragen können Sie mit einem Webanalyse-Tool auf den Grund gehen. Hier bietet sich Google Analytics an, das Sie einfach mit Ihrem Google Ads-Konto verknüpfen können. Anhand der Messdaten beider Tools können Sie schnell die erfolgreichsten Anzeigen ermitteln und somit fundiertere Entscheidungen für zukünftige Kampagnen treffen.

 

6. Fazit 

Google Ads ist ein spannendes Thema für Händlerinnen und Händler, die mehr Online-Kundschaft auf ihr Online-Angebot aufmerksam machen möchten. Dabei gilt: Mehr zahlen heißt nicht unbedingt bessere Platzierungen bei Google. Hochwertige Anzeigen können bei Auktionen sogar Bieter mit höherem Budget schlagen. Damit Qualität und Relevanz Ihrer Kampagnen stimmen, ist eine gründliche Planung wichtig, um die richtigen Keywords auszuwählen und die Zielgruppen mit relevanten Inhalten anzusprechen. Mit etwas Durchhaltevermögen und einem aufmerksamen Blick auf die Anzeigenperformance können Sie mit Google Ads gewinnbringend Werbung schalten und mehr Menschen zu Ihrem Shop führen.

 

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