Lizenzen und Siegel für nachhaltige Produkte auf einen Blick

Nachhaltigkeit hat ihren Preis. Viele Firmen versuchen deshalb, ihre Produkte ins grüne Licht zu rücken, um somit höhere Preise zu rechtfertigen. Solch „leere Versprechen“ beruhigen vielleicht kurzfristig das Gewissen beim Kauf, mit Nachhaltigkeit haben sie aber meist wenig am Hut. Wem kann man aber bei dem ganzen Greenwashing noch trauen? Vertrauenswürdige Siegel helfen, den Durchblick zu behalten.

Lesezeit: 5 min.

Wozu braucht Nachhaltigkeit Lizenzen und Siegel? 

Was zeichnet ein nachhaltiges Produkt eigentlich aus? Da Begriffe wie „fair“ und „nachhaltig“ im Gegensatz zu „Bio“ nicht geschützt sind, handhabt sie jedes Unternehmen andersDa ist es nicht leicht, fundierte Entscheidungen zu treffenDeshalb profitieren sowohl Unternehmen als auch Kundinnen und Kunden von bewährten Siegeln, die zur Ermittlung vertrauenswürdiger Partner und nachhaltiger Produkte beitragen und als Orientierung beim Kauf dienenÜbrigens: Wie nachhaltige Lieferketten aussehen, erfahren Sie in diesem Artikel.
 

Was bringen Nachhaltigkeits-Siegel? 

Viele Unternehmen bewerben ihre Produkte als besonders umweltfreundlich oder fair, um ihr Image zu verbessern. Ziel sind höhere Verkaufszahlen. Wahre Nachhaltigkeit sieht anders aus. Aber wem kann man bei dem ganzen Greenwashing noch trauen? Hier helfen seriöse Siegel und Lizenzen, die verantwortungsvollen Unternehmen und ihren Produkten Glaubwürdigkeit verleihen und Kunden helfen, beim Kauf fundiertere Entscheidungen zu treffen. Im Folgenden sehen wir uns einige der bekanntesten Siegel rund um das Thema Nachhaltigkeit an:

Europäisches Umweltzeichen (EU-Ecolabel): Ob Elektronik, Textilien oder Reinigungsmittel – die Euroblume zeichnet unterschiedliche Produkte aus, deren Auswirkungen auf die Umwelt geringer sind als bei vergleichbaren Lösungen. Nur Nahrungs- und Arzneimittel sowie medizinische Geräte sind von der Qualifizierung für das Gütesiegel ausgenommen. Ziel des EU-Ecolabels ist es, Kundinnen und Kunden bei der Wahl umweltfreundlicherer, gesünderer Produkte zu helfen.

EU-Energielabel: Wer in den letzten Jahren einen Kühlschrank oder eine Waschmaschine gekauft hat, kennt vermutlich das Energielabel. Für besonders energieintensive Elektrogeräte ist es sogar Pflicht. Mit einer einfachen Farbskala zeichnet es die Energieeffizienz des jeweiligen Produktes aus und liefert ggf. nützliche Informationen zum Jahresenergieverbrauch. So viel Relevanz wird belohnt: Kein anderes Umweltsiegel beeinflusst laut Angaben des Umweltbundesamtes  so stark die Kaufentscheidung.

Blauer Engel: Das älteste Umweltsiegel der Welt (Baujahr 1978) zeichnet Produkte mit hohen Standards in puncto Gesundheit, Umwelt und Gebrauchseigenschaften aus. Für die Auszeichnung mit dem Blauen Engel kommen unterschiedlichste Produkte infrage, z. B. Möbel und Papierwaren, aber auch Computer und sonstige Elektrogeräte, deren Lebensweg von der Rohstoffgewinnung bis zur Produktion von Nachhaltigkeit geprägt ist.

FSC (Forest Stewardship Council): Ziel des internationalen Zertifizierungssystems ist, die Wälder rund um den Globus umweltgerechter, sozialverträglicher und ökonomisch tragfähiger zu nutzen. FSC-zertifizierte Papier- und Holzprodukte, wie z. B. Möbel für Haus und Garten, wurden aus Holz gefertigt, das aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammt. 

Fairtrade-Siegel: Dem markanten Logo sind wir schon allemal beim Einkaufen begegnet. Es kennzeichnet Waren aus fairem Handel, bei deren Herstellung bestimmte soziale, ökologische und ökonomische Standards eingehalten wurden. Für die jeweiligen Produkttypen und Fairtrade-Standards gibt es verschiedene Varianten des Fairtrade-Siegels. Sie kommen bei Lebensmitteln, aber auch bei Textilien, Kosmetik und Schmuck zum Einsatz.

NATRUE: Natur- und Biokosmetik, die nicht nur gut für die Haut, sondern auch für den Planeten ist. Darum geht es bei der NATRUE-Zertifizierung, die sowohl für Rohstoffe als auch für Endprodukte möglich ist. Sie belegt die pure Verwendung natürlicher, naturnaher und naturidentischer Stoffe und beugt dem Greenwashing durch strenge Standards vor.

 

Fazit  

Wie wir in unserer Reihe gesehen haben, ist Nachhaltigkeit mehr als ein Trendbegriff. Dahinter verbirgt sich ein ganzes Konzept, um Umwelt, Wirtschaft und Soziales in Einklang zu bringen – ein Vorhaben, das immer mehr Anklang und Anhänger findet. Doch wie geht nachhaltiger Konsum? Wer das Thema ernst nimmt, muss in allen Bereichen der Lieferkette nachhaltig denken. 

Für Unternehmen beginnt Nachhaltigkeit schon bei der Wahl ressourcenschonend gewonnener Rohstoffe für ihre Produkte und erstreckt sich auf die Zusammenarbeit mit Partnern, die unter fairen Arbeitsbedingungen produzieren und liefern. Diese Anstrengungen können mit seriösen Siegeln belohnt werden, die für die Einhaltung hoher Nachhaltigkeitsstands verliehen werden, Händlerinnen und Händlern Glaubwürdigkeit verleihen und Kundinnen und Kunden die nötige Orientierung beim Kauf bieten. 

Auch beim Thema Versandverpackung können Unternehmen sowie Käuferinnen und Käufer verantwortungsvoller handeln. Hier gilt der Grundsatz: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Händlerinnen und Händler, die sparsam und klimafreundlich verpacken, haben auch einen Stein im Brett bei umweltbewussten Konsumenten. Diese wiederum können die CO2-Bilanz durch Sammelbestellungen und die Vermeidung von Retouren senken. 

Sie sehen: Das Thema Nachhaltigkeit hat viele Facetten und fordert ein Umdenken im E-Commerce. Doch der Aufwand lohnt sich: Unternehmen, die verantwortungsbewusst handeln, tragen zur Ökobilanz bei und erfüllen den steigenden Bedarf an nachhaltigen Lösungen. Auch Kundinnen und Kunden, die sich bewusst für grünere Produkte entscheiden, steuern zur positiven Entwicklung ökologischer, sozialer und ökonomischer Aspekte für alle Beteiligten bei. Und das Beste? Auch unsere Enkel werden später noch etwas davon haben.

 

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