Die wichtigsten Zahlungsarten im Onlinehandel

Über den Erfolg im E-Commerce entscheidet oft die angebotene Auswahl an Zahlungsarten. Neben Kreditkarte und Banküberweisung sollten Online-Händler weitere Zahlungsmethoden anbieten, um ihre conversion zu erhöhen.

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Online einkaufen - womit zahlen?  

Der E-Commerce boomt: Immer mehr Menschen kaufen Elektrogeräte, Kleidung und Pflegeprodukte im Internet. Spätestens beim Checkout-Prozess wird die Frage nach den angebotenen Zahlungsmethoden laut, denn längst nicht alle Händler bieten diejenigen Zahlungsarten an, die sich ihre Kunden auch wünschen. Doch wo genau liegen die unterschiedlichen Präferenzen von Händlern und Kunden? 

Geeignete Zahlungsmethoden für mehr Umsatz  

Laut einer Studie des ECC Köln und der Hochschule Aschaffenburg geht das Angebot an Zahlungsmethoden vieler Online-Händler am Bedarf der Kunden vorbei. So wird beispielsweise Zahlung per Rechnung verhältnismäßig selten angeboten, die kaum erwünschte Sofortüberweisung dafür umso häufiger. Da es jedoch keine festgelegten Handlungsmuster gibt und sich die Klientel von Händler zu Händler in ihren Zahlungspräferenzen unterscheidet, müssen sich Onlineshops oft auf die Trial-and-Error-Methode verlassen. Insgesamt lässt sich sagen, dass der Umsatz steigt, je mehr Zahlungsmethoden angeboten werden. 

Zu den wichtigsten Trends im Bereich der Kaufabwicklung beim E-Commerce gehören Mobile-Payment und Omnichannel-Payment. Außerdem sind das Risikomanagement und die Optimierung des Zahlungsmix für rund 50 % aller Händler von großer Bedeutung - laut Payment-Roadmap sollen diese Punkte bis 2020 ausgebaut werden. Trotz des großen Hypes der letzten Jahre sind Kryptowährungen für die wenigsten Händler interessant - lediglich 9 % messen ihnen eine große Bedeutung bei. 

Händler sind sich bewusst, dass sie der steigenden Nachfrage nach alternativen Zahlungsarten Folge leisten müssen, um auf dem Online-Marktplatz nicht unterzugehen. 2018 gaben 21 % der befragten Onlinehändler bekannt, Amazon Pay in den Zahlungsmix aufnehmen zu wollen. 2019 hingegen sehen sich Onlineshop-Betreiber mit einem neuen Problem konfrontiert: Sobald die Payment Service Directive 2 in Kraft tritt, wird sich aufgrund der zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen voraussichtlich die Abbruchrate erhöhen. Bereits der Sicherheitsstandard 3DS, der von rund 68 % aller befragten Händler angeboten wird, sorgt unter Kunden für Beschwerden. Dennoch konnte mehr als die Hälfte der Händler keine nennenswerten Veränderungen im Kaufverhalten ihrer Kunden erkennen. 

Das sind die am weitesten verbreiteten Zahlungsmethoden  

Beim E-Commerce spielt die Zahlung per Rechnung eine besonders wichtige Rolle: Für Kunden ist sie nicht nur bequem, sondern auch sicher. Für den Händler hingegen ist die Zahlung per Rechnung ein zweischneidiges Schwert: Einerseits gehört sie zu den risikoreichsten Zahlungsmethoden, andererseits senkt sie die Abbruchquote beim Bestellvorgang. Leider ist das Zahlungsausfallrisiko bei der Zahlung per Rechnung für den Händler besonders groß. Deshalb ist es für Händler von Vorteil, die Bonität des Kunden zu überprüfen oder die Möglichkeit der Zahlung per Rechnung nur Stammkunden anzubieten. 

Die Zahlung per Kreditkarte gehört zu den beliebtesten Zahlungsmethoden des E-Commerce. Für kleinere Unternehmen ist sie jedoch eher unvorteilhaft, da sie mit relativ hohen Gebühren verbunden ist. Andererseits ist die Kreditkarte sowohl für den Kunden als auch für den Händler ein sicheres Zahlungsmittel. Dasselbe gilt für Paypal: Der Online-Bezahldienst ist unter Kunden sehr beliebt, und auch Händlern bietet er etliche Vorteile. Die Zahlung geht sofort ein, die Bestellung kann umgehend bearbeitet werden. Doch auch Paypal erhebt hohe Gebühren auf jede Buchung, was vor allem bei kleineren Beträgen stark ins Gewicht fällt. 

Für Händler kann ein Online-Marktplatz wie Rakuten sehr attraktiv sein, da die Zahlungsabwicklung direkt über die Online-Plattform läuft. Somit ist der Händler stets auf der sicheren Seite und muss sich keine Gedanken über das Angebot an Zahlungsmethoden machen. Der Rakuten Marktplatz bietet dem Kunden im Rahmen des Risikomanagementsystems bestimmte Zahlungsarten an und überweist dem Händler nach einer Sicherheitsfrist den um die Verkaufsgebühren geminderten Betrag. 

Händler sollten sich nach den Vorlieben ihrer Kunden richten und diejenigen Zahlungsarten anbieten, die am häufigsten verlangt werden. Dabei ist es jedoch wichtig, auch den eigenen Vorteil nicht außer Acht zu lassen. Ist der Aufwand zu groß oder sind die Gebühren zu hoch, sollte auf eine bestimmte Zahlungsmethode lieber verzichtet werden. Werden auch Zahlungsarten, die mit einem hohen Risiko verbunden sind, von einem Händler mit in den Zahlungsmix aufgenommen, sollte ein aktives Risikomanagement gefahren werden. Ein guter Ansatz ist die Auslagerung von Aufgaben wie Factoring, doch müssen hier die Kosten genau berechnet werden. 

Wichtige Ansatzpunkte für Onlinehändler  

Die Anzahl der Zahlungsarten spielt für den Erfolg im E-Commerce eine entscheidende Rolle. Je mehr Zahlungsmethoden angeboten werden, desto flexibler und kundenorientierter erscheint der Onlineshop, die Abbruchquote geht deutlich zurück. Dennoch ist es für Händler wichtig, nicht wahllos sämtliche Zahlungsmethoden in den Zahlungsmix aufzunehmen, sondern zunächst die Kosten für die jeweilige Methode genau zu berechnen. Bei hohen Gebühren oder einem großen Risiko ist ein gut funktionierendes Risikomanagement eine grundlegende Voraussetzung für den Erfolg im E-Commerce. Voraussichtlich werden Mobile-Payments, Omnichannel-Payments und Risikomanagement in der nahen Zukunft für Händler besonders stark an Bedeutung gewinnen.

Für Onlinehändler bedeuten mehr Zahlungsmethoden mehr Umsatz. Dennoch sollte man als Betreiber eines Onlineshops genaue Informationen zu jeder Zahlungsmethode einholen, um nicht an allzu hohen Gebühren zu scheitern.