COVID-19: Auswirkungen für Händler auf dem Rakuten Marktplatz

Die Corona-Krise macht auch vor dem E-Commerce nicht Halt: Zwar kaufen insgesamt mehr Menschen online ein, doch längst nicht alle Händler profitieren von diesem Trend.

Lesezeit: 4 min.

Die großen Einkaufzentren in den Städten blieben über mehrere Wochen geschlossen, immer mehr Menschen bestellen Waren des täglichen Bedarfs im Internet: So lässt sich grob der erste Eindruck in den Medien zusammenfassen, seit die COVID-19-Pandemie in Deutschland, wie in weiten Teilen der Welt das öffentliche Leben zum Erliegen brachte. Doch die tatsächliche Situation ist weitaus komplexer, wie eine Umfrage von Rakuten unter Händlerinnen und Händlern im E-Commerce ergab.

Der Online-Handel profitiert, aber nicht überall

Im Allgemeinen sind Internet-Shops in der Corona-Krise wesentlich besser aufgestellt als ihre Kolleginnen und Kollegen im stationären Handel. Dieser Trend ist auch klar auf dem Marktplatz zu erkennen. Rakuten wollte es jedoch genauer wissen und startete eine Umfrage unter der Händlerschaft auf dem Rakuten Marktplatz. Dabei ergab sich ein gemischtes Bild: Auch einige Online-Shops haben demnach angesichts der notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie mit einigen Problemen zu kämpfen.

Rückgänge bei den Bestellungen

Während die Nachfrage bei bestimmten Produkten durch die Decke geht, gibt es durchaus Artikel, die weniger gefragt sind. Unter den Teilnehmenden an der Umfrage sah rund die Hälfte einen Rückgang bei ihren Bestellungen infolge von COVID-19. Dabei sind diese Rückgänge unterschiedlich stark auf die einzelnen Branchen verteilt. Besonders betroffen sind Händlerinnen und Händler aus den Kategorien Auto & Motorrad, Baby & Spiel sowie Sport & Outdoor. Wieso diese Bereiche betroffen sind, nehmen wir im Folgenden etwas genauer unter die Lupe.

Autos bleiben in der Garage, Sport fällt flach

Etwa 5% der Shops auf dem Marktplatz berichten über Umsatzeinbrüche seit Beginn der Pandemie. Von diesen Shops, die einen Umsatzrückgang melden, entfällt der größte Anteil mit ca. 65 % auf den Bereich Auto & Motorrad, dicht gefolgt von Sport & Freizeit mit ca. 64 %. Immerhin fast jeder vierte Anbieter für Sport- und Freizeitartikel (ca. 23 %) kann jedoch auch ein Umsatzplus verzeichnen. Dies könnte auf die zunehmende Beliebtheit von Individualsportarten wie Joggen oder Radfahren zurückzuführen sein.

Dennoch lässt sich eine klare Tendenz erkennen: Wenn das Auto infolge von Corona-Reisebeschränkungen stehen bleibt, spüren das sofort auch Händlerinnen und Händler, bei denen weniger Autozubehör gekauft wird. Ähnliches gilt infolge von Ausgangsbeschränkungen für den Sport- und Freizeitbereich.

Abgesagte Geburtstagsfeiern trüben Geschäft mit Spielwaren

Im Bereich Baby & Spiel fällt der gemeldete Umsatzrückgang weniger dramatisch aus, ist aber dennoch signifikant. So sahen hier rund 43 % der befragten Händlerinnen und Händler ein Minus für ihr Geschäft. Auch hier lassen sich Zusammenhänge mit den Einschränkungen des öffentlichen Lebens infolge von COVID-19 rekonstruieren: Wo Geburtstagsfeiern abgesagt werden, wird auch weniger Spielzeug verschenkt, wodurch die Nachfrage automatisch sinkt.

Rückgänge oft existenzgefährdend

Die statistische Auswertung der drei obigen Bereiche fördert eine weitere Tatsache zu Tage: Shop-Betreiber, die Umsatzeinbußen verzeichnen, werden durch die Krise vielfach mit voller Wucht getroffen. Von den Befragten, die einen Rückgang beim Umsatz meldeten, gaben mit 62 % fast zwei Drittel an, dass der Umsatzeinbruch bei mehr als 30 % liege. Dieser Wert lag für alle untersuchten Bereiche ähnlich hoch.

Das Bild spiegelt sich auch in der Anzahl der Bestellungen wider: Hier berichten in den drei Bereichen 64 % derjenigen, die negative Auswirkungen spüren (50 % aller Befragten), einen Rückgang von über 30 %.

Auswirkungen auf die Liquidität

Das Bild, das die Ergebnisse zu Umsatz und Bestellungen zeichnen, wird noch deutlicher bei der Frage nach Liquiditätsproblemen. Betroffene Shops, die ihr Sortiment plötzlich nicht mehr verkaufen können, geraten in finanzielle Schwierigkeiten. 61% der befragen Händler aus allen Bereichen, gaben an Probleme mit dem Cash-Flow zu haben.

Auch Teilsortimente betroffen

Während hier spezialisierte Händlerinnen und Händler betrachtet wurden, können Umsatzrückgänge auch für Teilsortimente teils deutliche Auswirkungen auf das Gesamtergebnis haben. Dennoch zeigt sich, dass mehrere Standbeine in der Krise immerhin die Möglichkeit geben, flexibel zu agieren. Besonders stark betroffen sind dagegen etwa Verkäuferinnen und Verkäufer, die mit Reisetaschen und Koffern handeln – ihr Geschäft ist derzeit vollkommen eingebrochen. Auch die Nachfrage nach Partybedarf geht gegen Null.

Bestand gesichert, Lieferzeiten leicht höher

Zu den positiven Befunden der Studie gehört, dass Händlerinnen und Händler auf dem Rakuten Marktplatz in der Mehrzahl keine unmittelbaren Probleme mit ihrem Bestand haben – dieser reicht im Durchschnitt für weitere sechs Wochen. 76% der Befragten spüren zudem keine Veränderungen bei den Lieferzeiten, während 24% hier von Verzögerungen berichten. Größtenteils unproblematisch ist der Bereich Kundenservice: Hier haben nur 6% der Befragten personelle oder organisatorische Schwierigkeiten, zeitnah Support anzubieten.

Gelebte Solidarität bei Rakuten

Rakuten hat einige Sofortmaßnahmen getroffen, um betroffenen Händlerinnen und Händlern in Zeiten der Corona-Krise beizustehen. Kategorien, die von starken Rückgängen bei den Bestellungen betroffen sind, werden dabei mit Kampagnen unterstützt. Hierzu können sie in diesem Beitrag mehr erfahren. Zur Verbesserung der Liquidität reagiert Rakuten in Einzelfällen flexibel und verkürzt den Auszahlungsprozess.

Händlerinnen und Händler, die besonders stark unter der COVID-19-Krise leiden, wurden darüber hinaus für drei Monate von der Grundgebühr befreit. Dieses Maßnahmenpaket ist gleichzeitig Ausdruck der Firmenphilosophie von Rakuten. Schließlich bedeutet „Rakuten“ auf Japanisch Optimismus. In der heutigen Zeit ist das der Optimismus, dass wir diese Krise gemeinsam und solidarisch durchstehen werden.


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