Garantien sind anzugeben, wenn vorhanden


Am 13.06.2014 startete in der EU das aktuell gültige Verbraucherrecht, die VerbraucherRechteRichtlinie, die eine Vereinheitlichung in den Mitgliedsstaaten der EU darstellt.

In diesem Magazin werden wir Ihnen die relevanten Informationen zur Verbraucherrechterichtlinie geben, die Sie für den Betrieb des Rakuten Shops benötigen.

Gibt der Hersteller Garantien zu Ihrem/Ihren Produkt/en, müssen Sie diese nennen, sofern Sie davon uneingeschränkt Kenntnis haben. (siehe IT Recht Kanzlei vom 14.4.15)

Geben Sie Garantien zu Ihrem/Ihren Produkt/en, müssen Sie diese nennen

Gibt es keine Garantien zu einem Produkt, muss dort nichts erwähnt werden


Verwechseln Sie Garantie bitte nicht mit der gesetzlichen Gewährleistung von 24 Monaten.

Durch die Verbraucherrechterichtlinie gibt es Änderungen im Bereich der Garantie.

Garantien sind nun bereits vorvertraglich dem Kunden mitzuteilen, das bedeutet bereits vor dem Kauf für den Kunden einsehbar.

Ebenso hat sich der Garantiebegriff geändert. Bisher hieß der § 443 BGB "Beschaffenheits- und Haltbarkeitsgarantie", ab dem 13.06.2014 gilt die Neufassung und heißt dann „Garantien“.

In Zukunft gibt es bei der Garantie, die neben den gesetzlichen Gewährleistungsansprüchen gewährt werden kann, als freiwillige Leistung, folgende Leistungen, von denen zukünftig mindestens eine gewährt werden muss:

  • Erstattung des Kaufpreises,
  • Austausch oder Nachbesserung der Sache oder
  • Erbringung von Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Sache.

Eine Schadensersatzpflicht kann zusätzlich vertraglich gewährt werden, ist aber nicht mehr Bestandteil des Garantiebegriffs.

Garantien können vom

  • Hersteller oder
  • Verkäufer

gewährt werden.

Welche Informationen gegeben werden müssen

Bisher gab es nur bei eBay-Auktionen die Informationspflicht über Garantiebedingungen, wenn ein verbindliches Angebot gemacht wurde. Ab dem 13.06.2014 muss der Händler den Verbraucher über das Bestehen und die Bedingungen von Garantien, aber auch Kundendienst und -leistungen informieren. Dies ist in Art. 246a § 1 Abs. 1 Nr. 9 EGBGB n.F. geregelt.

Dazu gehört auch, welche Form, welche Belege etc. erforderlich sind, um Garantieansprüche geltend zu machen.

Wann der Kunde informiert werden muss

Ab dem 13.06.2014 muss der Kunde über Garantien, Kudendienst und -leistungen nicht erst nach Vertragsschluss, sondern bereits vor Vertragsschluss informiert werden.

Diese Information müssen Sie direkt beim Produkt hinterlegen. Dabei haben Sie die Möglichkeit, die Garantiebestimmungen in der Produktbeschreibung, diese auf einer Inhaltsseite zu hinterlegen und zu verlinken oder auf das entsprechende Dokument beim Hersteller zu verlinken. Bei einer Verlinkung verwenden Sie als Linktext Garantiebestimmungen. Entweder fügen Sie den Link in die Produktbeschreibung ein oder verwenden den Reiter Link in der manuellen Produktanlage.

Informationen auch unter Onlinehändler-News.de

Aktueller Artikel zum Thema Garantiebezogene Informationspflichten der IT Recht Kanzlei (18.02.15)

Stellungnahme des EU-Kontaktzentrums zum Umfang der Informationspflicht über gewerbliche Garantien im Online-Handel, abgerufen am 14.04.15 bei IT Recht Kanzlei