10 Tipps für Produktbilder aus dem eigenen Fotostudio

Alle guten Dinge sind drei, wenn es um Bildmaterial in Onlineshops geht: Aus Kundenperspektive zählen hochwertige Produktdarstellung und die Präsentation aller wichtigen Details; aus Händlersicht kommt dazu die Abwendung möglicher Abmahnungen.

von Sabine Amler

Die einfachste Methode, an rechtssichere Bilder zu gelangen, ist die Verwendung des vom Hersteller bereitgestellten Bildmaterials. Doch um das eigene Sortiment hinsichtlich der eigenen Shopidentität bestmöglich zu präsentieren, greifen viele Händler selbst zur Kamera. Für ein optimales Ergebnis haben wir unsere Empfehlungen zusammengestellt:

5 Tipps für ein eigenes Fotostudio

Wenn eine gute (Spiegelreflex-)Kamera ebenso vorhanden ist wie die grundlegenden Kenntnisse zur Bedienung und ein Gespür für Bildaufbau, dann steht der Produktion eigener Produktbilder nichts mehr im Wege. So richten Sie sich ohne allzu großen Aufwand ein eigenes Fotostudio ein:

  • Heller und v.a. einheitlicher Hintergrund: Es muss nicht weiß sein, aber ein zu bunter bzw. gemusterter Hintergrund kann schnell vom Produkt ablenken. Auch Falten, Knicke etc. sollten im Hintergrund nicht zu sehen sein. Ein generell weißer Hintergrund ist ideal, um das Produkt bei der Nachbearbeitung freizustellen.
  • Gute Beleuchtung statt Blitzlicht: Nutzen Sie immer dieselbe Beleuchtungsquelle, damit von Bild zu Bild keine Unterschiede bei Farbdarstellung etc. entstehen (ideal sind mehrere Lichtquellen oder auch Tageslicht, idealerweise bei Bewölkung und zur Mittagszeit). Mit weißen Flächen (z.B. Karton oder Styropor) können Sie auch indirekt mehr Licht auf schlecht ausgeleuchtete Bereiche bringen.
  • Kamera mit hoher Auflösung: Verwenden Sie immer die höchste Auflösung und regeln Sie diese erst beim Upload der Bilder auf das verlangte Maß (im Rakuten Shop: 72dpi).
  • Verwendung eines Stativs: …ein Muss für gleichbleibende Winkel und scharfe Aufnahmen ohne Verwackeln.
  • Aussagekräftiges Arrangement: Wie wird das Produkt möglichst vorteilhaft und naturgetreu präsentiert? Nicht alle Produkte lassen sich einfach hinlegen oder hinstellen: Im Fashion-Bereich sind z.B. professionelle Models oder Dummys unerlässlich.

5 Richtlinien für gute Fotos

Das individuelle Fotomaterial soll den eigenen Shop aus der Masse der Mitbewerber hervorheben – natürlich auf positive Weise. Deswegen sind einige nicht nur ästhetische Regeln zu beachten:

  • Zielgruppenfokus: Wie würde man selbst als Kunde das Produkt anschauen? Je nach Zielgruppe und Produktart sind unterschiedliche Details relevant. Manche Artikel werden durch Aufnahmen aus verschiedenen Perspektiven das Produkt besonders interessant. Dabei kommt es auf das Produkt an: Eine Regentonne von allen Seiten zu zeigen ist u.U. weniger kaufentscheidend als die Rundum-Ansicht eines High Heels.
  • Einheitlichkeit: Standards vereinfachen das Procedere und erhöhen die Professionalität. Sie werden am besten nach Erprobung festgelegt und zur Wiederverwendung genau dokumentiert. Das gilt sowohl für einheitliche Bildaufbauten aus gleichbleibendem Winkel als auch für die im Shop gezeigten Bilderreihenfolgen für Aufnahmen aus verschiedenen Perspektiven.
  • Hohe Qualität: Im Gegensatz zu analogem Zoom (per Objektiv) hat digitales Zoomen (sowohl beim Fotografieren als auch bei der Bildbearbeitung) „verrauschte“ Bilder von schlechter Qualität zur Folge. Es ist deswegen zu vermeiden. Bei glänzenden Produkten wie z.B. ist auch darauf zu achten, dass die Produkte nicht reflektieren oder spiegeln.
  • Produktbild als Marketinginstrument: Text oder Grafiken sollten im Bildmaterial ebenso wenig zu finden sein wie ein Rahmen oder ein Wasserzeichen. Ein Logo lässt sich dagegen schon platzieren, wenn es nicht mehr als 5% der Bildfläche einnimmt.
  • Marken- und Persönlichkeitsrechte: Ist man als Fotograf nicht zugleich auch Hersteller der Fotoobjekte, muss beim eigentlichen Hersteller bezüglich der Markenrechte nachgefragt werden. Auch abgebildete Personen wie Models müssen ihre Einwilligung zur Veröffentlichung erteilen.

Einmal einrichten, immer nutzen

Bevor das erste Foto gemacht werden kann, ist einiges zu beachten – wohl wahr. Doch wenn Sie einen Raum oder eine Ecke für Ihr Fotostudio erübrigen können, braucht der meiste Aufwand nur einmal betrieben werden: So können Hintergrund und erprobte Beleuchtung aufgebaut bleiben, und müssen nicht immer wieder neu ausgerichtet werden. Legen Sie dazu die Notizen zu Ihren Standards griffbereit. Denn auch bei der Vorbereitung sind aller guten Dinge drei – und gut geplant ist halb erledigt.

Quellen:
http://blog.epages.com
http://www.existenzgruendungiminternet.de
http://www.akademie.de
https://www.checkdomain.de